Wie Spritpreise zustande kommen

Der Preis an der Zapfsäule schwankt teils mehrmals täglich, und die Unterschiede zwischen benachbarten Stationen wirken auf den ersten Blick willkürlich. Tatsächlich setzt sich der Preis aus mehreren Bestandteilen zusammen, von denen einige fest und andere beweglich sind. Wer diese Zusammensetzung kennt, versteht besser, warum sich Preise verändern und warum sie sich örtlich unterscheiden.

Die Bestandteile des Preises

Der Endpreis für Kraftstoff besteht im Wesentlichen aus mehreren Komponenten:

  • Produktpreis: Der Preis für den eigentlichen Kraftstoff, der sich am internationalen Markt für raffinierte Produkte orientiert und mit dem Rohölpreis zusammenhängt, aber nicht identisch ist.
  • Steuern und Abgaben: Auf Kraftstoff werden feste und prozentuale Abgaben erhoben. Dazu zählen die Energiesteuer als fester Betrag je Liter sowie die Umsatzsteuer, die auf den gesamten Preis einschließlich der übrigen Abgaben anfällt. Hinzu kommen weitere Aufschläge, etwa im Zusammenhang mit CO2-Bepreisung.
  • Kosten und Handelsspanne: Transport, Lagerung, Betrieb der Station und die Marge des Betreibers.

Der Steueranteil macht dabei einen erheblichen Teil des Endpreises aus. Da ein großer Teil aus festen Beträgen besteht, wirken sich Schwankungen des Produktpreises nur auf einen Teil des Gesamtpreises aus.

Warum die Preise so oft wechseln

Auffällig ist, dass sich Preise mehrmals am Tag ändern. Das liegt daran, dass Betreiber ihre Preise flexibel an die Marktlage und an den Wettbewerb im Umfeld anpassen. Steigt oder fällt der Produktpreis am Großhandelsmarkt, kann sich das kurzfristig an der Säule niederschlagen.

Innerhalb eines Tages zeigen sich häufig wiederkehrende Muster mit höheren Preisen zu bestimmten Zeiten und niedrigeren zu anderen. Diese Muster sind nicht überall gleich und können sich verschieben. Sie hängen unter anderem von der Nachfrage, der Wettbewerbssituation vor Ort und der Preisstrategie der Betreiber ab. Feste Uhrzeiten, zu denen es immer günstiger wäre, gibt es nicht verlässlich.

Auch der Wechselkurs spielt eine Rolle, da Rohöl international in Fremdwährung gehandelt wird. Ändert sich das Wechselkursverhältnis, wirkt sich das auf den Einkaufspreis aus, selbst wenn der Rohölpreis in der Handelswährung gleich bleibt.

Warum Stationen unterschiedlich viel verlangen

Preisunterschiede zwischen Stationen erklären sich aus mehreren Faktoren:

  • Lage und Wettbewerb: An Standorten mit vielen konkurrierenden Stationen ist der Preisdruck oft höher als an abgelegenen Orten.
  • Standortkosten: Stationen an Autobahnen tragen andere Kosten als Stationen an gewöhnlichen Straßen, was sich im Preis niederschlagen kann.
  • Betreibermodell: Freie Stationen und markengebundene Stationen können unterschiedliche Kalkulationen haben.

Die Steuerbestandteile sind dagegen bundesweit gleich geregelt und erklären die örtlichen Unterschiede nicht. Diese entstehen im beweglichen Teil des Preises, also im Produktpreis und in der Handelsspanne.

Für die Praxis bedeutet das: Ein Vergleich lohnt sich vor allem dort, wo mehrere Stationen in erreichbarer Nähe liegen. Zugleich sollte der Aufwand ins Verhältnis gesetzt werden, denn ein Umweg zu einer günstigeren Station kann den Vorteil wieder aufzehren.

Zusammengefasst setzt sich der Preis aus einem großen, festen Steueranteil und einem beweglichen Teil aus Produktpreis und Handelsspanne zusammen. Die häufigen Änderungen und die örtlichen Unterschiede gehen fast ausschließlich auf diesen beweglichen Teil zurück, während die Abgaben den stabilen Sockel bilden.