Fahrzeuge mit Autogasanlage werden anders betankt als Benziner oder Diesel. Autogas, meist mit dem Kürzel LPG bezeichnet, ist ein Flüssiggas, das unter Druck steht und über ein geschlossenes System eingefüllt wird. Wer zum ersten Mal Autogas tankt, steht deshalb vor einem ungewohnten Ablauf und einer Zapfpistole, die sich deutlich von den vertrauten unterscheidet. Der Vorgang ist unkompliziert, sobald die wichtigsten Punkte bekannt sind.
Was Autogas ist und wo es angeboten wird
Autogas ist ein Gemisch aus Propan und Butan, das bei geringem Druck flüssig wird. Es wird nicht an jeder Tankstelle angeboten, sondern nur an Stationen mit entsprechender Anlage. Ob ein Standort Autogas führt, lässt sich über das Kraftstoffangebot der jeweiligen Station erkennen. Autogas ist nicht mit Erdgas zu verwechseln, das unter dem Kürzel CNG geführt wird und ein anderes System, andere Tanks und eine andere Betankung erfordert.
Viele Fahrzeuge mit Autogasanlage sind bivalent, verfügen also zusätzlich über einen Benzintank und können zwischen beiden Kraftstoffen umschalten. Der Start erfolgt bei solchen Fahrzeugen häufig mit Benzin, bevor die Anlage auf Gasbetrieb wechselt.
Der richtige Adapter
Ein Grund, warum das Autogastanken zunächst verwirrt, sind die unterschiedlichen Anschlusssysteme, die in Europa verbreitet sind. Nicht jede Zapfpistole passt ohne Weiteres auf jeden Fülltank. Deshalb gehört ein Satz Adapter zur Grundausstattung, besonders bei Fahrten ins Ausland.
- Gebräuchlich sind mehrere Anschlussarten, die sich in Bauform und Gewinde unterscheiden.
- Welches System an der eigenen Station üblich ist, hängt von der Region und dem Land ab.
- Für Reisen empfiehlt es sich, vorab zu klären, welche Adapter im Zielland benötigt werden.
Der passende Adapter wird vor dem Tanken auf den Anschluss des Fahrzeugs geschraubt, danach wird die Zapfpistole aufgesetzt. Ohne den richtigen Adapter lässt sich keine dichte Verbindung herstellen, und der Tankvorgang funktioniert nicht.
Der Ablauf beim Tanken
Weil Autogas unter Druck steht, ist das System beim Tanken geschlossen. Die Zapfpistole wird fest mit dem Anschluss verbunden und häufig durch einen Hebel oder eine Verriegelung arretiert. Erst danach lässt sich das Gas über einen Knopf oder Hebel an der Zapfsäule freigeben. Der Tank füllt sich bis zu einer eingebauten Sicherheitsgrenze, die eine Überfüllung verhindert, sodass er nicht vollständig, sondern nur bis zu einem festgelegten Anteil gefüllt wird.
Nach dem Tanken wird die Gaszufuhr geschlossen, bevor die Verbindung gelöst wird. Beim Abnehmen kann eine kleine Menge Restgas entweichen, was hörbar ist und normal ist. Anschließend wird der Adapter wieder abgenommen.
In einigen Ländern gelten besondere Vorschriften, etwa ob Autofahrer selbst tanken dürfen oder ob geschultes Personal den Vorgang übernimmt. Diese Regelungen sind regional verschieden und sollten vor Ort beachtet werden. Auch das Betanken in bestimmten geschlossenen Bereichen oder Parkhäusern kann eingeschränkt sein.
Worauf zu achten ist
Autogasanlagen müssen regelmäßig geprüft werden, ähnlich wie andere sicherheitsrelevante Bauteile am Fahrzeug. Wer ein umgerüstetes Fahrzeug übernimmt, sollte sich über den Zustand der Anlage und die anstehenden Prüftermine informieren. Beim Tanken selbst gelten die üblichen Regeln für den Umgang mit Gas: kein offenes Feuer, kein Rauchen und ein sorgfältiger Umgang mit der Verbindung.
Autogas wird über ein geschlossenes Drucksystem getankt, das den passenden Adapter, eine feste Verbindung und die Freigabe an der Säule voraussetzt. Der Ablauf ist nach kurzer Eingewöhnung einfach, verlangt aber die richtige Ausrüstung und die Beachtung regional unterschiedlicher Vorschriften. Wer weiß, welche Stationen Autogas führen und welches Anschlusssystem verbreitet ist, kann ein LPG-Fahrzeug ohne Umstände betreiben.