Fahrzeuge mit Erdgasantrieb sind auf ein spezielles Tankstellennetz angewiesen, das sich seit Jahren verändert. Wer ein CNG-Fahrzeug fährt, steht regelmäßig vor der Frage, ob die nächste Tankmöglichkeit noch existiert oder bereits stillgelegt wurde. Das Netz ist deutlich dünner als das für Benzin und Diesel, und die verbleibenden Standorte verteilen sich sehr ungleichmäßig über das Land.
Was CNG von anderen Kraftstoffen unterscheidet
CNG steht für Compressed Natural Gas, also verdichtetes Erdgas. Es wird unter hohem Druck gespeichert und getankt und darf nicht mit LPG (Autogas, Flüssiggas) verwechselt werden. Beide Gasarten benötigen unterschiedliche Zapfanlagen, Anschlüsse und Fahrzeugtechnik. Ein Erdgasfahrzeug kann nicht an einer Autogassäule betankt werden und umgekehrt. Diese Unterscheidung ist wichtig, weil viele Tankstellen nur eine der beiden Gasarten anbieten oder gar keine.
Erdgas wird in Kilogramm abgegeben, nicht in Litern. Die Betankung erfolgt über eine feste Kupplung, die druckdicht mit dem Fahrzeuganschluss verbunden wird. Der Vorgang unterscheidet sich damit spürbar vom gewohnten Zapfen an einer Benzinsäule.
Warum das Netz schrumpft
Die Zahl der Erdgastankstellen ist rückläufig. Viele Betreiber haben Anlagen stillgelegt, weil die Nachfrage nach CNG-Fahrzeugen gesunken ist und einzelne Hersteller ihr Angebot an Serienfahrzeugen mit Erdgasantrieb eingestellt oder reduziert haben. Wo eine Anlage aufwendige Wartung oder Erneuerung erfordert, entscheiden sich Betreiber häufiger gegen den Weiterbetrieb.
Für Fahrende bedeutet das vor allem, sich nicht auf eine einzelne, gewohnte Station zu verlassen. Eine Tankstelle, die vor Monaten noch Erdgas führte, kann inzwischen umgerüstet oder abgebaut worden sein. Auf längeren Strecken empfiehlt es sich, mehr als eine mögliche Tankgelegenheit einzuplanen und den Betrieb einer Station vorab zu prüfen.
Worauf bei der Planung zu achten ist
Wer mit einem CNG-Fahrzeug unterwegs ist, sollte einige Punkte im Blick behalten:
- Verfügbarkeit vorab prüfen: Ob eine Station aktuell in Betrieb ist und Erdgas führt, lässt sich nicht immer allein am Markennamen ablesen.
- Reichweite realistisch einschätzen: Viele Fahrzeuge verfügen über einen zusätzlichen Benzintank für den Notlauf. Dieser überbrückt Lücken im Netz, ersetzt die Erdgasbetankung aber nicht dauerhaft.
- Öffnungszeiten und Bedienbarkeit: Manche Anlagen sind nur zu bestimmten Zeiten oder nur mit vorhandener Karte nutzbar. Nicht jede Säule ist rund um die Uhr zugänglich.
- Technischer Zustand: Gelegentlich sind Säulen zwar vorhanden, aber wegen Störungen außer Betrieb. Eine zweite Option in der Nähe verringert das Risiko einer vergeblichen Anfahrt.
Regionale Unterschiede
Die Dichte der Erdgastankstellen ist regional sehr unterschiedlich. In manchen Ballungsräumen und entlang wichtiger Verkehrsachsen finden sich noch mehrere Standorte in erreichbarer Nähe. In ländlichen Gebieten und in Regionen, in denen Erdgas nie stark verbreitet war, können die Abstände zwischen zwei Stationen erheblich sein. Eine pauschale Aussage über die Versorgungslage lässt sich deshalb nicht treffen; sie hängt stark vom jeweiligen Gebiet ab.
Auch die Anbindung an Autobahnen ist uneinheitlich. Während einzelne Erdgastankstellen verkehrsgünstig liegen, befinden sich andere abseits der Hauptrouten und erfordern einen Umweg. Bei der Streckenplanung lohnt es sich, diese Lage einzubeziehen.
Erdgas bleibt ein Nischenkraftstoff mit einem Netz, das kleiner wird und ungleich verteilt ist. Wer ein CNG-Fahrzeug fährt, sollte den Unterschied zu Autogas kennen, den Betrieb einzelner Stationen vor längeren Fahrten prüfen und den Benzin-Notlauf als Reserve, nicht als Dauerlösung verstehen. Mit vorausschauender Planung und mehreren eingeplanten Tankgelegenheiten lässt sich das dünnere Netz weiterhin nutzen.