An vielen Zapfsäulen stehen Benziner vor der Wahl zwischen zwei Sorten Super. Die Sorte E10 enthält einen höheren Anteil Bioethanol als der ältere Standardkraftstoff. Für die meisten Fahrzeuge ist das unproblematisch, doch nicht jeder Motor kommt mit dem höheren Ethanolgehalt zurecht. Wer unsicher ist, ob das eigene Auto E10 verträgt, sollte den Kraftstoff nicht einfach ausprobieren, sondern die Verträglichkeit prüfen.
Was E10 von anderem Super unterscheidet
Die Zahl im Namen bezieht sich auf den maximalen Anteil Ethanol im Kraftstoff. Bei E10 sind bis zu zehn Prozent Ethanol beigemischt, bei der klassischen Super-Sorte liegt der Anteil niedriger. Ethanol ist ein Alkohol, der aus pflanzlichen Rohstoffen gewonnen wird. Der höhere Anteil kann Dichtungen, Schläuche und bestimmte Metalle im Kraftstoffsystem stärker angreifen, wenn diese Bauteile nicht dafür ausgelegt sind. Deshalb entscheidet nicht der Fahrer, sondern die Konstruktion des Motors, ob E10 geeignet ist.
Die Oktanzahl, also die Klopffestigkeit, ist bei E10 und der gebräuchlichen Super-Sorte gleich. Wer aus Leistungsgründen einen höher oktanigen Kraftstoff tankt, wählt eine andere Sorte. E10 ist keine minderwertige Variante, sondern schlicht ein Super-Kraftstoff mit anderem Ethanolgehalt.
So lässt sich die Verträglichkeit prüfen
Die verlässlichste Auskunft steht in der Betriebsanleitung des Fahrzeugs oder auf einem Aufkleber im Tankdeckel. Viele Hersteller geben die zulässigen Kraftstoffsorten dort ausdrücklich an. Wenn dort E10 genannt oder ausdrücklich freigegeben ist, kann der Kraftstoff bedenkenlos getankt werden.
Findet sich keine klare Angabe, helfen weitere Wege:
- Die Fahrzeug- oder Motornummer beim Hersteller oder in einer Werkstatt prüfen lassen.
- Herstellerlisten mit freigegebenen Modellen einsehen, die von Verbänden und Automobilclubs gepflegt werden.
- Bei importierten oder umgebauten Fahrzeugen genauer hinsehen, da hier nicht immer die üblichen Freigaben gelten.
Grundsätzlich vertragen die meisten neueren Benziner E10 problemlos. Vorsicht ist eher bei älteren Fahrzeugen, bestimmten Direkteinspritzern früherer Baujahre und einzelnen Motorentypen geboten, für die der Hersteller keine Freigabe erteilt hat. Auch manche Motorräder und Kleingeräte mit Verbrennungsmotor sind nicht für den höheren Ethanolgehalt ausgelegt.
Was bei versehentlichem Tanken passiert
Wer einmalig E10 tankt, obwohl das Fahrzeug nur für die andere Super-Sorte freigegeben ist, muss in der Regel keinen sofortigen Schaden befürchten. Kritisch wird es erst, wenn ein nicht geeignetes Fahrzeug dauerhaft mit E10 betrieben wird, weil dann Dichtungen und Leitungen über längere Zeit angegriffen werden können. Eine einzelne Tankfüllung lässt sich meist durch anschließendes Nachtanken der geeigneten Sorte ausgleichen.
Umgekehrt gilt: Ein Fahrzeug, das für E10 freigegeben ist, kann problemlos auch die andere Super-Sorte tanken. Die Freigabe bedeutet also keine Festlegung auf eine einzige Sorte, sondern erweitert lediglich die Auswahl.
Diesel und E10 nicht verwechseln
E10 ist ein Benzinkraftstoff und für Dieselfahrzeuge nicht bestimmt. Die Kennzeichnungen an der Zapfsäule unterscheiden zwischen Benzin- und Dieselsorten. Wer versehentlich die falsche Kraftstoffart tankt, sollte den Motor nicht starten und fachliche Hilfe in Anspruch nehmen, da eine Fehlbetankung über die Sortenfrage hinausgeht.
Zur besseren Orientierung tragen die einheitlichen Kraftstoffkennzeichnungen bei, die an Zapfsäulen und an Fahrzeugen zu finden sind. Benzinsorten sind mit einem Kreis gekennzeichnet, in dem der Ethanolgehalt angegeben ist. So lässt sich E10 auch dann erkennen, wenn die Sortenbezeichnung an der Säule anders lautet.
Ob ein Fahrzeug E10 verträgt, hängt von der Bauweise des Motors ab und steht in den Fahrzeugunterlagen oder auf dem Tankdeckel. Für neuere Benziner ist der Kraftstoff meist freigegeben, bei älteren oder besonderen Modellen lohnt sich die Prüfung. Wer eine Freigabe hat, kann zwischen den Super-Sorten frei wählen; wer keine hat, sollte auf die vom Hersteller genannte Sorte ausweichen.